März 2026

🍀Zwischen Bestätigung, Warten und Vorfreude

Der März war für mich kein lauter Monat. Kein Monat, der mit großen Gesten daherkommt oder sich unbedingt in den Vordergrund drängt. Eher einer, der sich still eingeordnet hat zwischen Erleichterung, Anspannung und der leisen Gewissheit, dass sich gerade etwas verändert.

Ich habe im März die Note für meine erste wissenschaftliche Arbeit im Studium zurückbekommen: 1,3.

Und ja, ich habe mich sehr gefreut. Aber es war nicht nur Freude. Es war dieses tiefe innere Aufatmen, das man kaum in schöne Worte packen kann, weil es in Wahrheit viel größer ist als bloßer Stolz. Es war das Gefühl, dass sich etwas bestätigt hat, das ich eigentlich längst weiß und trotzdem manchmal wieder neu hören muss: Ich gehöre hier hin.

Vielleicht bedeutet mir genau dieser Satz deshalb so viel, weil ich in einem elektrischen Rollstuhl sitze und spinale Muskelatrophie habe. Menschen sehen oft zuerst die Behinderung und glauben dann, den Rest gleich mit beurteilen zu können. Als würde ein körperliches Anderssein automatisch bedeuten, dass auch im Kopf etwas fehlen muss. Genau das tut es nicht.

Diese 1,3 war für mich deshalb mehr als nur eine gute erste Uninote. Sie war auch etwas sehr Persönliches. Eine stille Antwort auf all die kleinen und großen Vorurteile, die einem im Leben begegnen. Nicht laut, nicht kämpferisch, nicht trotzig. Einfach nur klar.

Wer mir wirklich eine Chance gibt, merkt meistens ziemlich schnell, dass vieles an mir ganz anders ist, als es von außen wirkt. Und manche Menschen schaffen es auch nach einiger Zeit, meinen stark sarkastischen Humor zu verstehen.

Ich habe gelernt, mit solchen Dingen umzugehen. Manche Sätze bleiben kurz hängen, drehen ein paar Loopings im Kopf und verschwinden dann auch wieder. Und manchmal gelingt es sogar, Menschen aufzuklären und Vorurteile aus dem Weg zu räumen. Vielleicht liegt genau darin etwas Eigenartiges, aber auch Kraftvolles: Wer unterschätzt wird, kann manchmal umso deutlicher zeigen, was wirklich in ihm steckt.

Die 1,3 war für mich also nicht nur eine Zahl, sondern auch Bestätigung. Schreiben liegt mir. Verstehen liegt mir. Gedanken ordnen, Zusammenhänge erfassen, Inhalte so formulieren, dass sie wirklich meine eigenen werden. Das ist etwas, das mir näher ist als stumpfes Auswendiglernen. Ich möchte nicht nur wiedergeben. Ich möchte begreifen.

Der März bleibt für mich trotz aller Freude auch ein Monat des Wartens. Ich habe eine Klausur geschrieben, auf deren Note ich noch immer warte. Diese Note entscheidet mit darüber, ob ich die Zulassungsphase hinter mir lassen kann und endlich immatrikuliert werde. Wenn ich nicht bestehe, muss ich wiederholen. Auch das gehört zu diesem Monat dazu: dieses Schweben zwischen „geschafft“ und „noch nicht ganz“.

Überhaupt merke ich inzwischen, dass das Studium meinen Alltag verändert. Nicht so sehr im äußeren Ablauf, aber in meiner Energie. Nach der Arbeit, vollzeit vor einem Computer, ist nicht einfach Feierabend. Dann geht es weiter am Computer zuhause, mit digitalen Skripten, mit Lernen, mit Durcharbeiten, mit Verstehen. Früher war am Abend oft noch Platz für andere Dinge. Für Malen, für Lesen, für Serien, für dieses Gefühl von Freizeit, das sich wirklich nach Freizeit anfühlt. Im Moment ist dieser Platz kleiner geworden.

Selbst beim Lesen merke ich das. Ich schaffe derzeit nur noch ein Buch im Monat und auch das erzählt eigentlich schon genug.

Im März war das Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe. Mich hat zuerst das Cover angelacht. Ich liebe Wölfe und vor allem Hunde. Meine Schwäche. Genau das war in dem Moment offenbar richtig. Ich wollte kein Buch, das mich zusätzlich zerlegt, beschäftigt oder noch tagelang gedanklich festhält. Davon gibt es genug und ich mag solche Geschichten auch sehr. Aber nicht immer passt die eigene Lebensphase zu einem Buch, das jede Aufmerksamkeit verschlingt. Mate war für mich eher eine kleine Flucht. Etwas, das mich unterhalten und die Wartezeit ein wenig weicher machen durfte.

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Außerdem möchte ich im März noch eine kleine Empfehlung dalassen: Mein schönstes Landschafts-Malbuch Band 1 von Tobias Nolte. Ich mag es, kreative Projekte sichtbar zu machen, gerade dann, wenn Menschen etwas Eigenes erschaffen und mit der Welt teilen. Vielleicht auch deshalb, weil ich selbst weiß, wie viel Herzblut oft in solchen Dingen steckt.

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Und während der März sich oft nach Lernen, Warten und innerer Spannung angefühlt hat, wartet Anfang April etwas, worauf ich mich wirklich freue: Hamburg.

Mein Mann und ich fahren für ein paar Tage weg. Allein dieser Tapetenwechsel fühlt sich gerade nach etwas an, das ich brauche. Raus aus dem Gewohnten, raus aus dem immer gleichen inneren Kreisen, einfach einmal woanders sein. Wir freuen uns auf das Michael-Jackson-Musical, auf Harry Potter und das verwunschene Kind Musical, auf das Miniatur Wunderland. Wenn ich ehrlich bin, auch sehr auf zwei Restaurants mit richtig guten Fischgerichten, die mir schon vor vier Jahren aufgefallen sind. Dass wir dort jetzt nochmals hingehen, freut mich fast genauso sehr wie das Programm selbst. Und wir treffen uns mit Freunden in Wolfsburg. Besser geht es nicht.

Vielleicht war der März genau das: kein spektakulärer Monat, aber ein ehrlicher. Einer, der mir gezeigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass ich etwas kann. Dass ich hier nicht zufällig gelandet bin. Und dass Vorfreude manchmal genau das ist, was man braucht, wenn der Alltag gerade sehr voll geworden ist.

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