Jänner 2026

☃️ Zwischen Neujahr, Triggerwarnungen und Quellenjagd

Der Jänner ist für mich jedes Jahr ein Monat voller Widersprüche. Einerseits klingt überall dieses laute „Neustart!“, als würde mit dem Umblättern des Kalenders automatisch ein neues Kapitel beginnen. Andererseits fühlt es sich oft mehr nach „tief durchatmen, einen Schritt nach dem anderen“ an. Auch dieses Mal war es nicht anders. Kein kinoreifer Jahresbeginn, kein Instagram-würdiger „Fresh Start“-Moment. Stattdessen ein Monat, der mich ordentlich durchgerüttelt hat und immer wieder gefragt hat: „Wie ernst meinst du es wirklich mit deinen Vorsätzen?“

Trotz meines Bachelorstudiums will ich meinen Blog nicht aufgeben. Klar, ich schraube zurück, sortiere mich neu, setze Prioritäten. Aber „weniger“ bedeutet eben nicht „gar nicht“. Ich möchte mir weiterhin das bewahren, was mir guttut: Lesen, Schreiben, Gedanken festhalten. Gerade dann, wenn der Stresspegel steigt und der Alltag Gefahr läuft, alles Kreative zu ersticken.

Mein Geburtstag fiel dieses Jahr mitten in eine dieser vollen Wochen. Ehrlich gesagt: Es war ein ganz normaler Tag. Arbeit, Heimweg, Abendessen, Lernen. Kein großes Tamtam, keine plötzlichen Lebensweisheiten. Einfach nur ein leises „Okay, wieder ein Jahr älter und trotzdem bleibe ich meinen Weg treu.“ Vielleicht ist genau das der Inbegriff von Erwachsensein: Nicht mehr auf den einen besonderen Tag zu warten, sondern einfach weiterzumachen, weil es sich richtig anfühlt.

Der größte Brocken im Jänner war aber definitiv die Vorbereitung auf Modul 2: Einführung in die wissenschaftliche Arbeit in IT und Technik. Ich fühlte mich dabei manchmal wie ein Schatzsucher im Ozean der Fachliteratur, nur dass ich statt nach Gold nach wissenschaftlichen Quellen fische, die nicht nur irgendwie, sondern auch wirklich passen.

Und diese Recherche hat es in sich. Es ist eben nicht „mal schnell googeln“. Es ist stundenlanges Suchen, Vergleichen, Verwerfen. Man findet eine Quelle, freut sich und merkt beim zweiten Blick: Zu oberflächlich. Zu alt. Nicht wissenschaftlich genug. Oder: Super spannend, aber mein Englisch reicht für Smalltalk, nicht für komplizierte Fachartikel und präzises Zitieren. Aber genau da will ich mich nicht rausreden. Ich will es richtig machen. Nicht schnell, sondern gründlich. Mit sauberer Argumentation, klaren Zitaten, nachvollziehbarer Struktur.

Zitieren, das klingt so technisch, aber es zwingt mich immer wieder, achtsam und kritisch zu bleiben. Es fordert Disziplin, Genauigkeit und manchmal auch die Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen. Und ich gebe zu: Manchmal frage ich mich, warum die Quellenangaben immer auf Kriegsfuß mit mir stehen. 😄

Trotz allem habe ich mir ein Buch gegönnt: „My Blade, Your Back“. Kein Lesemarathon, eher eine kleine, dunkle Auszeit zwischendurch. Und ja, ich habe eine Schwäche für düstere, schräge, toxische Geschichten. Je ungesünder, desto besser funktioniert es manchmal als Leseerlebnis. Das Buch war definitiv nicht „healthy“, aber es hat mich gepackt und am Ende gab’s von mir vier Sterne. Wichtig: Im Buch gibt es Triggerwarnungen, und die sollte man ernst nehmen. Nicht alles ist für jede*n und das ist vollkommen in Ordnung.

Als wäre die Uni-Quellenjagd nicht genug, wurde es im Hauptjob auch kurz „sportlich“. Mehr muss ich dazu gar nicht sagen, nur so viel: Jänner hat mich nicht nur fachlich, sondern auch emotional gefordert.

Für den Februar setze ich mir ein klares Ziel: Die Abgabe meiner ersten wissenschaftlichen Arbeit im Studium, an der ich gerade akribisch arbeite. Mein Fokus liegt darauf und trotzdem möchte ich nicht vergessen, dass ich nicht nur Studentin bin, sondern auch jemand, der mit Leidenschaft schreibt. Momentan halt nach etwas strengeren Vorgaben.

Wenn ich den Jänner mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es nicht „Neustart“, sondern eher „Chaos mit Richtung“. Oder: Turbulenzen, aber ich sitze noch am Steuer. Und das fühlt sich, bei allem Trubel, eigentlich ziemlich gut an.

Blättere dich gerne durch meine gelesene Geschichte im Jänner:


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