Der Dezember kam nicht leise – er kam klar. Während draußen Lichterketten glühten und die Abende nach Zimt und Filmen rochen, hat sich in mir etwas sortiert. Kein hektisches „alles neu“, eher dieses ruhige, entschlossene Umstellen: Ein neuer Lebensabschnitt. Einer, in dem ich Prioritäten setze und trotzdem nicht aufhöre, ich selbst zu sein.
Ich habe in diesem Monat kein Buch fertig gelesen. Und trotzdem war Literatur da. Nur anders. Nach dem Lesen von „… und war tot.“ habe ich mein Leben hinterfragt und gemerkt: Es geht mehr, als man denkt. Manchmal kommt ein Gefühl und statt es wegzuschieben, sollte man es ernst nehmen: hinterfragen, prüfen, schauen… und dann handeln. Ich habe recherchiert, Wege verglichen und schließlich eine Uni gefunden, die sich auch auf Fernstudien spezialisiert. Und als ich den Studierfähigkeitstest positiv abgeschlossen habe, war es klar: Auf geht’s. Mit einem richtig guten Bauchgefühl.
Diese Entscheidung hat Zeit gekostet. Zeit, die sonst dem Lesen gehört. Dafür habe ich im Dezember Skripte gelesen, über Datenschutz und IT-Sicherheit, wissenschaftliche Beiträge auf YouTube angeschaut und abends bei „Lesungen“ teilgenommen. Viel Kopf, viel Neues, viel Konzentration. Und gleichzeitig war da auch die Weihnachtszeit: Urlaubsmodus, Weihnachtsfilme, Zeit mit Kind und Kegel. Ein Monat zwischen Lernen, Wärme und dem Gefühl, dass etwas in Bewegung gekommen ist.
Für 2026 nehme ich mir etwas vor, das realistisch bleibt: pro Monat mindestens ein Buch rezensieren. Wenn es mehr Bücher werden, bin ich auch zufrieden. Ich will Bücher, die „dahinschmelzen“ dürfen – konsumierbar, flüssig, aber trotzdem mit Tiefe. Geschichten, in denen man versinken kann, ohne für jedes Kapitel eine Stunde zu brauchen. Weil ich merke: Ich kann Prioritäten setzen – ohne das Lesen loszulassen.
Und wenn ich auf 2025 zurückblicke, bleiben drei Bücher ganz besonders stark in mir hängen – meine Highlights:
- „Blackened Blade (1/5)“ von Isla Davon – weil Schmerz spricht und Dunkelheit flüstert, als wäre da ein Riss in der Realität. Trauer, Zugehörigkeit, Widerstand, Selbstdefinition, Wahrheitssuche und diese Kraft von Erinnerung und Freundschaft, die sich nicht leise verabschiedet.
- „Der Erdbeerpflücker (1/8)“ von Monika Freth – weil die Intensität mich überrascht hat. Jugendbuch vom Label her, ja: aber in der Wirkung weit größer, als man erwartet.
- „… und war tot.“ von Arne M. Böhler – weil es mir etwas gezeigt hat, das über die Geschichte hinausgeht: Dass man trotz Behinderung – oder vielleicht auch genau deswegen – Karriere machen kann. Und dass Grenzen oft zuerst im Kopf entstehen. Ich erinnere mich dabei „nur“ an eine Nebenfigur, aber diese Erinnerung ist geblieben. Stark.
📚 Jahresrückblick 2025: 41 Bücher | 257:20:48 Lesestunden – ein Jahr voller Welten, Abgründe, Wärme und Nachhall.

2026 wird anders. Mehr Lernen. Neue Ziele. Und trotzdem: Geschichten bleiben, nur mit einem neuen Rhythmus. Ich gehe diesen Weg mit Respekt vor dem, was er verlangt, und mit Freude auf das, was er möglich macht. Und irgendwo zwischen Skripten, Alltag und Weihnachtsfilm-Nachhall wird wieder Platz sein für Seiten, die mich erinnern: Ich kann mehr, als ich mir manchmal zutraue.


