Rezension: Tintenblut

Titel: Tintenblut
Autorin: Cornelia Funke
Verlag: Cecilie Dressler Verlag (2003)
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 707
Lesedauer: 12 Stunden 20 Minuten
ISBN-13: 978-3791504674
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Gelesen über: Onleihe (Bibliothek)

Manche Geschichten bleiben bei einem – nicht, weil sie laut sind, sondern weil sie zwischen den Zeilen leuchten.

Tintenblut ist der zweite Band der Tintenwelt-Trilogie und hat mich auf eine sehr intensive Weise begleitet. Schon der erste Teil, Tintenherz, hat mir gefallen – aber Tintenblut fühlt sich reifer an. Düstere Themen, tieferer Schmerz, aber auch mehr Entwicklung und Mut.

Die Geschichte setzt etwa ein Jahr nach den Ereignissen aus Band eins an. Die Tintenwelt hat sich verändert – und mit ihr die Menschen, die sie betreten. Besonders spürbar ist das bei Mo, der Vaterfigur mit der Zauberzunge. Er ist nicht mehr derselbe – selbst er sagt, ein zweites Herz pocht in ihm. Eines, das kühler schlägt. Seine Veränderung hat mich berührt, aber auch nachdenklich gemacht. Was macht Schmerz mit einem Menschen? Und wie viel davon lässt sich in Geschichten heilen?

Maggie, das Mädchen zwischen den Zeilen, ist mutiger geworden – und doch spürt man, dass sie manchmal noch sucht. Farid hingegen hat mich in diesem Band besonders beeindruckt. Er wächst, wird mutig, handelt. Seine Beziehung zu Staubfinger ist und bleibt besonders.

Und dann ist da natürlich Staubfinger. Für mich eine der stärksten Figuren der gesamten Trilogie. Seine Rückkehr in die Tintenwelt am Anfang war einer der eindrucksvollsten Momente des Buches – so bildgewaltig, so voller Sehnsucht. Sein weiterer Weg war bewegend. Und sein Schicksal? Nahm mir am Ende tatsächlich einen Moment die Luft.

Die Sprache von Cornelia Funke ist wie immer kraftvoll und poetisch. Sie weiß, wie man Bilder malt – mit Worten. Und obwohl sich das Buch gegen Ende etwas zieht, bleibt die Atmosphäre durchgängig stark.

Ich habe Tintenblut über die Onleihe gelesen und bin dankbar, dass solche Geschichten auf diesem Weg zugänglich sind. Dass ich sie auf meinem eigenen Tempo, zu meiner Zeit und ganz nah an meinem Herzen erleben konnte.

Fazit:

Tintenblut ist kein Buch, das man einfach liest und dann vergisst. Es begleitet einen – mit seinem Klang, seinen Schatten und seinen leuchtenden Momenten.
Es ist ein Buch über Mut, Verlust, Veränderung – und die große, gefährliche Kraft der Worte.

📌 Empfohlen für Jugendliche und Erwachsene, die Geschichten nicht nur lesen, sondern auch fühlen wollen.

Hier findest du das Buch:

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