
Titel: Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
Autorin: Ali Hazelwood
Verlag: Rütten & Loening Berlin (2025)
Genre: RomCom mit leichter New-Adult-Note
Seitenzahl: 496
ISBN-13: 978-3352010255
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Gelesen über: selber gekauft bei Thalia
Zerrissenheit trifft auf Zurückhaltung
Zwischen Sehnsucht, Vernunft und der Angst vor Nähe zeigt dieser Roman, wie schwer es ist, Liebe zuzulassen – fern von Kitsch, doch tief menschlich.
Hazelwood bleibt ihrem bekannten Stil treu: charmant, humorvoll und mit einer gewissen Leichtigkeit, die das Lesen angenehm macht. Und doch – diesmal war es anders. Ich habe länger gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Vielleicht, weil die Handlung vorhersehbarer war als sonst. Vielleicht, weil die emotionale Tiefe an manchen Stellen unter der Oberfläche blieb, anstatt sich wirklich zu entfalten.
Maya ist eine Protagonistin, die mich zwiegespalten zurücklässt. Hochintelligent, ja – aber gleichzeitig unruhig, getrieben, schwer greifbar. Es wirkt, als würde sie sich selbst ständig im Weg stehen. Man spürt, dass ihr überdrehtes Wesen ein Schutzmechanismus ist – eine Reaktion auf Verlust, auf Einsamkeit, auf die Schwierigkeit, Nähe zuzulassen. Und doch war sie mir oft zu viel. Zu laut, zu sprunghaft.
Conor dagegen ist das Gegenstück: ruhig, kontrolliert, ein Mann, der viel sagt, ohne viele Worte zu verlieren. Zwischen beiden entsteht dieses typische Hazelwood-Moment – ein Spannungsfeld aus Annäherung und Distanz, aus unausgesprochenen Gefühlen und viel zu viel Kopf. Nur leider verliert sich das Buch zu oft in der ständigen Betonung des Altersunterschieds, anstatt die emotionale Entwicklung der beiden wirklich zu vertiefen.
Was mich dagegen berührt hat, waren die leisen Töne. Die Szenen, in denen die Figuren nicht reden, sondern fühlen. Momente, in denen Verletzlichkeit Platz findet. Und natürlich Tiny – der kleine, mutige Hund, der mit seiner Treue mehr Herz gezeigt hat als so manche menschliche Figur. 🐾
Am Ende bleibt das Gefühl, ein Buch gelesen zu haben, das nett war. Nicht mehr, nicht weniger. Eine Geschichte, die unterhält, aber kaum nachhallt. Es ist ein Roman für zwischendurch – leicht, charmant, mit einzelnen berührenden Momenten, aber ohne den emotionalen Biss, den Hazelwood sonst so gekonnt beherrscht.
Und trotzdem: Irgendetwas bleibt. Vielleicht die Erinnerung daran, dass Liebe nicht immer laut sein muss. Dass Zerrissenheit und Kontrolle zwei Seiten derselben Medaille sind. Und dass manchmal selbst ein kleines Stück Nähe reicht, um zu verstehen, was man wirklich sucht.
Hier findest du das Buch:
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