Rezension: Onkel Humbert guckt so komisch

Titel: Onkel Humbert guckt so komisch
Autorin: Brigitte Kanitz
Verlag: Blanvalet (2014)
Genre: Frauenromanen / humorvolle Belletristik
Seitenzahl: 320
ISBN-13: 978-3442381913
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Gelesen über: Onleihe (Bibliothek)

„Onkel Humbert guckt so komisch“ ist ein Buch, das mich zum Schmunzeln gebracht hat, aber auch zum Nachdenken. Auf den ersten Blick ist es eine leichte, chaotische Komödie, in der Maja, Anfang dreißig, mit Familie, Erwartungen und ihrem eigenen Leben ringt. Doch hinter all dem Humor steckt eine Figur, die ihren Weg sucht und am Ende auch findet.

Was mich besonders angesprochen hat, ist die Art, wie Maja dargestellt wird. Sie stolpert hinein in ein Leben voller Missverständnisse, skurriler Verwandter und überfordernder Situationen, und plötzlich hat sie eine Gabe, die sie mehr verwirrt als bereichert. Anfangs wirkt sie wie eine Getriebene, die sich vom Chaos um sie herum mitreißen lässt. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker spürt man, wie sie wächst. Sie fängt an, Verantwortung zu übernehmen, trifft Entscheidungen für sich und nimmt ihr Leben in die Hand. Gerade diese Entwicklung verleiht der Geschichte für mich Tiefe.

Onkel Humbert war für mich die Figur, die alles getragen hat. Schrullig, eigenwillig, manchmal absurd, aber immer ehrlich. Er ist eine Art Gegenpol zum restlichen Chaos und gleichzeitig der Spiegel, in dem Maja sich neu entdecken kann. Ohne ihn wäre vieles anders verlaufen, vielleicht auch weniger klar. In seinen komischen Momenten steckt viel Weisheit, und genau das macht ihn so unvergesslich.

Natürlich überwiegt im ganzen Buch der Humor. Manche Szenen sind so überdreht, dass man sie kaum ernst nehmen kann – aber genau das ist die Stärke. Es ist diese Mischung aus Übertreibung, Situationskomik und dem Augenzwinkern der Autorin, die das Lesen leicht und schnell macht. Und doch blitzt immer wieder etwas auf, das mehr bedeutet: die Botschaft, dass man sein Leben selbst gestalten kann, dass man auf sich selbst hören muss, auch wenn alles um einen herum chaotisch ist.

Am Ende bleibt für mich das Gefühl, eine unterhaltsame Geschichte gelesen zu haben, die mich zum Schmunzeln gebracht und gleichzeitig leise daran erinnert hat, wie wichtig es ist, Verantwortung für sich zu übernehmen. Kein Roman, der große Spuren hinterlässt, aber einer, der charmant, witzig und sympathisch erzählt ist.

Hier findest du das Buch:

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