Rezension: Frankie

Titel: Frankie
Autorin: Jochen Gutsch und Maxim Leo
Verlag: Penguin (2025)
Genre: Psychologischer Roman mit philosophischen und satirischen Elementen
Seitenzahl: 192
ISBN-13/ASIN: 978-3328112204
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Ausgeborgt über Skoobe, ebook

Zwei Seelen auf der Suche nach Halt

Am Anfang wusste ich nicht, was ich mit diesem Buch anfangen sollte. Ein sprechender Kater, der die Geschichte erzählt – das klang für mich zunächst absurd, fast schon kindisch. Frankie redet viel, manchmal zu viel, und genau das hat mich anfangs wahnsinnig gemacht. Ich fand ihn unsympathisch, laut, und irgendwie fehl am Platz. Doch je weiter ich las, desto klarer wurde mir, dass hinter diesem scheinbar wirren Gerede eine tiefere Ebene liegt.

Frankie ist kein leichtes Buch. Es ist eine Geschichte über Einsamkeit, über psychische Abgründe, über das Bedürfnis, verstanden zu werden – und über zwei Seelen, die sich zufällig begegnen und trotzdem genau das finden, was sie brauchen: Halt. Gold, der depressive Mann, der sich selbst längst verloren hat, und Frankie, der Kater, der mehr Mensch ist, als es die meisten jemals sein werden.

Mich hat beeindruckt, wie die Autoren es schaffen, schwere Themen wie Depression, Suizidgedanken und Sinnsuche in eine Erzählung zu verweben, die gleichzeitig grotesk, berührend und philosophisch ist. Es gibt keine klare Linie zwischen Mensch und Tier, zwischen Rationalität und Wahnsinn. Und genau das macht den Text so intensiv.

Während ich am Anfang noch dachte, das Ganze sei einfach nur seltsam, habe ich irgendwann begonnen, zwischen den Zeilen zu lesen. Es geht hier nicht darum, dass eine Katze spricht – es geht darum, wer spricht, warum sie spricht und was sie in uns auslöst. Frankie steht für das, was viele Menschen verdrängen: die lauten Gedanken, die Zweifel, die Müdigkeit, das ewige „Warum“.

Am Ende bleibt vieles offen. Wir wissen nicht, ob Gold in der Klinik geheilt wird oder ob Heilung überhaupt möglich ist. Und vielleicht ist genau das die ehrlichste Antwort auf die Frage nach dem Sinn. Manche Wunden schließen sich nicht – sie verändern nur die Art, wie man lebt.

„Frankie“ ist kein Buch, das Trost spendet. Aber es zwingt zum Nachdenken – über das Leben, über Einsamkeit, und darüber, was es heißt, Mensch zu sein.
Ich habe es nicht geliebt, aber es hat mich beschäftigt. Und manchmal ist genau das wertvoller.

Hier findest du das Buch:

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