Rezension: Einfach bezaubernd!

Titel: Einfach bezaubernd!
Autorin: Jennifer Crusie, Eileen Dreyer, Anne Stuart
Verlag: Goldmann Verlag (2008)
Genre: Romantasy
Seitenzahl: 448
ISBN-13: 978-3442467723
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Gelesen über: gelesen über Onleihe

Drei Schwestern, die Magie in sich tragen, doch sie kaum beherrschen. Eine Tante, die ihnen ihre Kräfte nehmen will. Liebe, Leidenschaft und die Suche nach dem eigenen Platz in einem übernatürlichen Erbe. All das klingt nach einem Roman voller Zauberfunken, magischer Emotionen und innerer Transformation. Und genau das hatte ich mir von Einfach bezaubernd erhofft.

Bekommen habe ich stattdessen eine Geschichte, die sich anfühlt, als würde sie nur zaghaft die Oberfläche ihres eigenen Potenzials berühren. Der Plot bleibt lange im Ungefähren, die Spannung läuft im Kreis, und obwohl vieles passiert, passiert emotional erstaunlich wenig. Ich blieb distanziert, fühlte mich weder in die Konflikte noch in die Beziehungen wirklich hineingezogen. Es fehlte mir diese Nähe, die Bücher so lebendig macht – das Gefühl, mitzufiebern, mitzuleiden, mitzuwachsen.

Die Magie – eigentlich Herzstück dieser Prämisse – spielt eine untergeordnete Rolle. Sie erscheint in kleinen, beinahe verlegenen Momenten, als ob sie nicht recht wüsste, ob sie mitspielen darf. Hexenkraft wirkt hier nicht faszinierend, nicht gefährlich – sondern wie ein verzögerter Nebeneffekt von körperlicher Nähe. Erotik wird als Motor eingesetzt, aber selten mit der Kraft, aus der Leidenschaft auch eine innere Reise zu formen. Es bleibt körperlich, statt emotional-magisch. Für einen Hexenroman ist das einfach zu wenig.

Auch meine Bindung zu den Figuren blieb aus. Die Schwestern wachsen zwar miteinander, aber nicht zu mir hin. Ich sehe sie, aber ich fühle sie nicht. Am meisten hätte ich wohl noch den Tigerkater Py ins Herz schließen können – weil Tiere mich nun einmal berühren. Und gerade das zeigt, wie wenig die eigentlichen Hauptfiguren in mir bewegen konnten.

Besonders irritierend blieb die Rolle von Maxine. Sie taucht auf, stolpert durchs Geschehen, und ich wartete die ganze Zeit darauf zu verstehen: Warum ist sie wichtig? Welche Funktion erfüllt sie? Welche Bedeutung hat sie für Xan oder die Magie? Diese Antwort bleibt das Buch schuldig. Ihre Figur wirkt wie ein Puzzleteil aus einem anderen Set – gewählt, nicht gedacht.

Selbst das Finale, das sich theoretisch gewaltig anfühlen sollte – Drachen, Gefahr, Rettung in letzter Sekunde – bleibt überraschend schnell abgehandelt und wirkt wie eine Pflichtübung, um doch noch eine große Szene einzubauen. Ich habe verstanden, dass es hier um Leben und Macht ging. Aber ich habe es nicht gespürt. Kein Kloß im Hals, keine aufreibende Angst. Nur die nüchterne Beobachtung: „Aha, jetzt wird es eben gelöst.“ Und als wäre das noch nicht genug, bleibt selbst die endgültige Bedrohung offen im Raum stehen – aber nicht als spannender Cliffhanger, sondern eher als lose herunterhängender Faden einer Geschichte, die sich selbst nicht ganz abschließen traut.

Was bleibt, ist ein Roman, der viel verspricht: Schwesternschaft, Selbstermächtigung, Magie, Liebe. Doch statt eines emotionalen Funkensprühens plätschert er im eigenen Ansatz dahin. Er ist nicht schlecht, aber er ist auch nicht bezaubernd. Eher ein leichter Romantasy-Roman, den man lesen kann, wenn man nichts erwartet – und vielleicht mehr Magie in der eigenen Fantasie findet als im Text selbst.

Für die Idee, für ein paar schöne Ansätze und für den Funken, der manchmal aufblitzt, aber nie wirklich fängt, vergebe ich 3 von 5 Sternen. Denn „nett“ kann auch einmal ausreichen – nur eben nicht magisch.

Hier findest du das Buch:

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