Rezension: Die verschwundene Tochter

Titel: Die verschwundene Tochter
Autorin: Soraya Lane
Verlag: KNAUR (2025)
Genre: Historischer Roman / Familiensaga
Seitenzahl: 368
Lesedauer: 5 Stunden 23 Minuten
ISBN-13: 978-3426560488 
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
REZENSIONSEXEMPLAR VON LOVELYBOOKS, Taschenbuch

Zwei Frauen, zwei Zeiten, ein Vermächtnis

Eine bewegende Geschichte über Mut, Verlust und die Kraft der Selbstbestimmung

„Die verschwundene Tochter“ von Soraya Lane ist ein leiser, aber intensiver Roman über zwei Frauen, die auf unterschiedliche Weise nach ihrer Wahrheit suchen – verbunden durch ein Kästchen voller Erinnerungen und eine unsichtbare Linie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ich habe dieses Buch in mehreren Abschnitten gelesen in einer Leserunde (mein 1. Mal) – bewusst, langsam, mit vielen Gedanken dazwischen. Und was es ausgelöst hat, war nicht nur das Nachdenken über gesellschaftliche Konventionen früherer Zeiten, sondern auch die Frage: Wie frei sind wir heute wirklich – als Frau, als Mensch, als Schöpferin unserer Geschichte?

Evelina – Zwischen Nadel, Glanz und goldenen Käfigen

Evelina ist mutig. Nicht laut, aber konsequent. Sie befreit sich mehrfach aus den Fesseln männlicher Dominanz – ob vom Vater, von Theo oder Antoine – und zahlt dafür einen hohen Preis. Ihre Geschichte ist keine typische „Aufstiegserzählung“, sondern eine Reise durch viele Tiefpunkte.

Was mich besonders berührt hat: Die Szene im Krankenhaus, in der sie als ledige Schwangere abgelehnt wird. Kein Mitleid, keine Hilfe – nur Scham. Und trotzdem findet sie in der Figur „Hope“ endlich jemanden, der ihr auf Augenhöhe begegnet. Das ist kein kitschiger Wendepunkt – es ist ein stiller, echter.

Blake – Die Suche nach sich selbst zwischen Rosen, Stoffen und Paris

Blake übernimmt früh Verantwortung für ihre Geschwister – sie kennt keine Pause, kein Leben „für sich“. Erst durch die Spuren der Vergangenheit beginnt sie, ihr eigenes Leben zu hinterfragen. Und obwohl sie in der Gegenwart lebt, scheinen ihre inneren Ketten manchmal genauso eng wie Evelinas einst.

Ich habe mich oft gefragt: Was hält uns wirklich zurück? Angst, Loyalität, Schuld? Bei Blake sind es wohl alle drei – bis ihre Schwester ihr ein Ticket schenkt und damit sagt: „Du darfst jetzt gehen.“

Zwischen Paris und Provins – Was bleibt?

Die Figuren treffen Entscheidungen, die oft schmerzhaft sind – aber menschlich.
Es geht nicht nur um Mode. Es geht um Anerkennung, um Würde, um Freiheit.
Die Schachteln der Erinnerung sind mehr als Symbol. Sie sind ein Akt des Abschieds und der Hoffnung.

Ich habe mich nicht in Tränen verloren, aber ich habe viel gefühlt. Und manchmal ist genau das die ehrlichere Form von Berührung.

Mein Fazit

Ein stimmiges, feinfühliges Buch mit starken Frauen, deren Wege sich über Jahrzehnte kreuzen. Es zeigt, wie Mut auch leise sein kann – und wie Heilung manchmal in der Stille geschieht.

🖋 „Die verschwundene Tochter“ ist kein Buch, das schreit. Es flüstert – aber es bleibt.

Hier findest du das Buch:

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