Rezension: Curse of the Dark

Titel: Curse of the Dark
Autorin: Lilyan C. Wood
Verlag: Carlsen Verlag (2024)
Genre: Romantasy, Dark Fantasy
Seitenzahl: 300
Lesedauer: 6 Stunden 30 Minuten
ISBN-13: 978-3551305589
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆
Gelesen über: Tolino (selber gekauft)

Zwischen Licht und Schatten: Eine Reise durch Magie, Macht und Moral

In der düsteren Fantasy-Welt dieses Romans stehen nicht bloß Reiche oder Völker einander gegenüber – sondern auch das Licht und die Dunkelheit im Inneren jedes Einzelnen. Besonders deutlich wird das an der Protagonistin Aila, deren Weg kein klassischer Heldinnenpfad ist, sondern vielmehr ein inneres Ringen zwischen Pflichtgefühl, Angst und Hoffnung.

Die Geschichte beginnt mit einem kriegerischen Setting, das sofort eine gewisse Erwartungshaltung aufbaut: Spannung, Action, Tempo. Doch nach dem starken Einstieg flacht das Geschehen zunächst ab – was nicht unbedingt negativ ist, aber der Kontrast ist spürbar. Statt permanenter äußerer Bedrohung rückt das Innenleben der Figuren in den Fokus, allen voran Aila selbst. Sie bleibt dabei oft distanziert, was es nicht ganz leicht macht, emotional mit ihr mitzugehen. Dennoch ist ihre Entwicklung erkennbar: von einer vorsichtigen, beinahe resignierten Figur hin zu jemandem, der bereit ist, Konsequenzen zu tragen und Verantwortung zu übernehmen – selbst, wenn es schmerzt.

Sprachlich lässt sich das Buch angenehm lesen. Die Autorin hat einen klaren, gut zugänglichen Stil, der jedoch manchmal unter Wortwiederholungen leidet – gerade bestimmte Gesten oder Formulierungen kommen sehr häufig vor. Solche Eigenheiten können im Lesefluss stören, insbesondere wenn sie sich über die Länge des Romans hinweg nicht verändern. Gleichzeitig gibt es auch schöne sprachliche Bilder und starke symbolische Elemente, etwa in der Darstellung von Licht, Fluch oder familiärem Erbe.

Ein besonderer Pluspunkt liegt für mich in den Nebenfiguren. Überraschenderweise war es nicht die Hauptfigur, sondern eine vermeintlich stille Nebenrolle – Katriina –, die mich durch ihren Mut am meisten beeindruckt hat. Sie verlässt ihr gewohntes Umfeld, überwindet eigene Grenzen und wächst an ihrer Aufgabe. Solche leisen Entwicklungen sind oft die nachhaltiger wirkenden.

Was mir insgesamt fehlte, war emotionale Tiefe. Trotz dramatischer Ereignisse – Tod, Verlust, Opfer – blieb ich als Leserin seltsam unberührt. Die Distanz, die zwischen mir und den Figuren herrschte, konnte auch das Finale nicht ganz auflösen, obwohl die letzten Kapitel zweifellos zu den stärkeren Momenten des Buches gehören. Vor allem die Szene, in der Aila eine unumkehrbare Entscheidung trifft, hat für mich als Wendepunkt funktioniert – nicht nur im Plot, sondern auch im symbolischen Sinne.

Trotz einiger vorhersehbarer Elemente – etwa das Schicksal der Antagonistin – bleibt ein interessanter Nachklang. Denn was das Buch letztlich aufwirft, sind größere Fragen:
Wie weit darf man für das Gute gehen? Kann Liebe auch zerstören? Und ist Vergebung möglich, wenn zu viel zerstört wurde?

Fazit:

Ein düsterer Fantasyroman, der sich mehr Zeit für innere Kämpfe als für äußere Schlachten nimmt. Solide erzählt, mit einem klaren Stil und ein paar starken Nebenfiguren – aber auch mit Längen und Wiederholungen. Emotional hätte ich mir mehr Wucht gewünscht, doch als Reflexion über Verantwortung, Macht und die Grauzonen dazwischen bleibt die Geschichte im Gedächtnis.

Hier findest du das Buch:

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