Rezension: Blackened Blade 1: Blackened Blade

Titel: Blackened Blade 1: The Blackened Blade
Autorin: Isla Davon
Verlag: Carlsen Verlag(2025)
Genre: Dark Fantasy
Seitenzahl: 432
Lesedauer: 7 Stunden 49 Minuten
ISBN-13/ASIN: 978-3551586087
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
REZENSIONSEXEMPLAR VON LOVELYBOOKS, Taschenbuch

„Blackened Blade“ – Wenn der Schmerz spricht und die Dunkelheit flüstert

Eine Rezension über Stärke, Verlust, Magie und die Unantastbarkeit von Identität.

Es gibt Bücher, die unterhalten. Und dann gibt es jene seltenen Werke, die sich wie Risse in der Realität anfühlen – durch die etwas Dunkles, Schönes und Wahrhaftiges strömt. Blackened Blade gehört für mich zur letzteren Kategorie. Nicht nur, weil es sprachlich stimmig und erzählerisch raffiniert ist, sondern weil es die Kunst beherrscht, Welten zu öffnen – in der Geschichte und in mir selbst.

Im Zentrum steht Micai, eine Figur, die ich nicht nur mochte, sondern zutiefst respektiere. Sie wird verletzt, geformt, geschwächt – aber sie wird nie gebrochen. Ihre Stärke speist sich nicht aus der Nähe zu den männlichen Protagonisten (so präsent und faszinierend diese auch sein mögen), sondern aus sich selbst heraus. In einer literarischen Welt, in der weibliche Hauptfiguren allzu oft auf Liebesdynamiken reduziert werden, ist Micai eine wohltuende Ausnahme. Sie wäre auch ohne Annex, Ezra, Creed und Mallyn vollständig – und genau das macht sie als Figur so kraftvoll.

Der Roman lässt sich nicht einfach in ein Genre pressen. Natürlich ist es Dark Fantasy – düster, gefährlich, voller Magie, Monster und Mysterien. Doch dahinter verbergen sich vielschichtige Themen: Trauer, Zugehörigkeit, Widerstand gegen eine feindliche Welt, das Ringen um Selbstdefinition, die Suche nach Wahrheit, die Kraft von Erinnerung und Freundschaft.

Die Tatsache, dass so viele Fragen bewusst offen bleiben – die Herkunft von Micai, das Mysterium ihrer Mutter, das Schicksal des schwarzen Dolches, die Bedeutung der Tattoos, die ambivalente Rolle von Mr. Valor – lässt mich mit einem Kribbeln zurück. Es ist kein Gefühl der Unvollständigkeit, sondern eines der Vorfreude. Denn manchmal ist das größte Geschenk, das ein Buch uns machen kann, nicht die Antwort – sondern der Wunsch, weiterzusuchen.

Besonders berührt hat mich das Ende. Annex, der ungezähmte, wilde, impulsive Junge – fällt. Und obwohl ich es geahnt habe, traf es mich mit voller Wucht. Die Szene ist so intensiv geschrieben, dass man fast vergisst zu atmen. Die Reaktion von Micai ist kein bloßes literarisches Stilmittel, sondern ein Echo auf einen inneren Schmerz, den viele von uns kennen: den Verlust eines Teils von sich selbst, wenn ein anderer geht. Und doch – sie steht auf. Sie kämpft weiter.

Ein besonderes Lob gebührt auch dem Gestaltungsdesign. Schwarze Seiten mit weißer Schrift – nicht nur ein ästhetischer Reiz, sondern auch ein passendes Sinnbild für die Umkehrung von Licht und Schatten, wie sie thematisch durch das Buch fließt.

Fazit:

Blackened Blade ist kein Buch, das man nur liest. Es ist ein Buch, das man durchlebt. Es kratzt an der Oberfläche und gräbt dann tiefer, dort, wo die Dunkelheit sitzt. Und in dieser Dunkelheit leuchtet etwas – Mut, Schmerz, Stärke, Hoffnung. Für mich eines der intensivsten Leseerlebnisse der letzten Jahre. Ich freue mich unbändig auf Band 2 – denn ich bin noch nicht fertig mit dieser Welt. Und sie hoffentlich auch nicht mit mir.

Hier findest du das Buch:

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